20. März 2019 - TomGPGP Team

GDC 2019: Facebook kündigt Oculus Rift S für 400 US-Dollar an – alle Infos hier

Die Katze ist aus dem Sack: Facebook hat den Nachfolger der Oculus Rift offiziell auf der GDC 2019 vorgestellt. Die Rift S hat ein Inside-Out-Tracking, verbesserte Linsen, eine leicht höhere Auflösung und eine Kopfbefestigung, die ein wenig an die der PSVR erinnert. Voraussichtlich wird Oculus Rift S ab Mai erhältlich sein.

Von echten VR-Enthusiasten gibt es leider immer noch zu wenige. Der Markt für VR-Games ist immer noch überschaubar, nennenswerte AAA-Releases sind selten. Und trotzdem halten Hersteller wie Oculus, HTC, Pimax, Samsung oder HP an der Entwicklung von neuen Geräten fest. Warum? Das können euch VR-Enthusiasten erzählen. Jeder einzelne von ihnen, mit Begeisterung. Denn VR-Erlebnisse sind nicht mit Spielerfahrungen am Flachbildschirm zu vergleichen. Unter einem VR-Headset öffnet sich für Spieler eine komplett andere, dreidimensionale Welt. Und es wäre extrem schade, wenn sich der Großteil an Spielern weiterhin der Technik verschließt und der Markt auch zukünftig ohne nennenswertes Wachstum verbleibt. Vielleicht ändert sich das mit dem Release der Oculus Rift S, die heute auf der Games Developer Conference 2019 in San Francisco vorgestellt worden ist.

Die ursprüngliche Oculus Rift hat mittlerweile ein paar Jährchen auf dem Buckel. Ein neues Gerät muss her. Eins, dass auch am PC funktioniert und mit den Games von Steam und Oculus zurechtkommt. Das Einsteigermodell von Oculus, die Oculus Go, ist beschränkt auf eine viel kleinere Spieleauswahl und hat kaum Leistungsreserven. Und auch die kabellose Oculus Quest geht nicht als echtes PC-VR-Headset durch. Aber die Rift S. Die soll noch im Frühjahr 2019 erhältlich sein (wir rechnen mit Mai) und kommt auch mit euren VR-Spielen aus der Steam-Bibliothek klar. Die Rift S löst die klassische Oculus Rift (CV1) ab. Deshalb ist das alte Modell mittlerweile gar nicht mehr erhältlich. Wir fassen zusammen, was neu an der Oculus Rift S ist.

Das sind die technischen Besonderheiten der Oculus Rift S

Eine höhere Auflösung, Wechsel von OLED auf LCD, Eliminierung der lästigen Godrays, Inside-Out-Trackingsystem mit fünf Kameras, neue Touch Controller und ein Halo-Strap – das alles zum erstaunlich günstigen Preis von 400 US-Dollar (der EU-Preis wird sich erfahrungsgemäß geschätzt zwischen 450 und 500 Euro einpendeln). Das sind die wichtigsten, technischen Features der Oculus Rift S:

  • Anderes Displaysystem, LCD-Panel mit einer Auflösung von 2560x1440 (OLED-Displays der alten Rift: 2160x1200)
  • Ungefähr 40% mehr Pixel, wobei jeder Pixel drei Subpixel hat, anstatt nur zwei (alte Rift)
  • Dadurch ein geringerer "Fliegengitter-Effekt"
  • Aber auch schlechtere Schwarzwerte, wegen des Wechsels von OLED auf LCD
  • Bildwiederholungsrate gesenkt von 90Hz auf 80Hz
  • Fast keine Godrays mehr (störende Strahlen bei hohem Kontrast), dank verbesserter Linsen
  • Inside-Out-Tracking macht externe Sensoren überflüssig
  • 5 Kamera-Sensoren sind im Headset selbst verbaut (2 vorn, eine jeweils an der Seite, eine oben)
  • Einfachere Einrichtung: Das Kamerasystem erfasst automatisch Begrenzungen und Hindernisse im Raum
  • Neue Touch-Controller ersetzen die alten – die des Vorgängermodells sind mit der Rift S nicht kompatibel
  • Neues Kopfbefestigungssystem für mehr Tragekomfort
  • Weniger Lichteinfall im Nasenbereich
  • Augenabstand nicht mehr physisch einstellbar (Software-Lösung)
  • Keine abnehmbaren Kopfhörer mehr, sondern in den Kopfbügeln integrierte Schallspender
  • Keine zusätzlichen USB-Anschlüsse für Sensoren mehr nötig
  • Rift S wird per DisplayPort-Kabel (5 Meter) und einem USB-3.0-Stecker an den PC angeschlossen
  • Verbessertes, komfortables Guardian-System mit Passthrough+
  • Hardware-Anforderungen sind mit denen der alten Oculus Rift vergleichbar
  • Mini DisplayPort-Adapter für Notebook-Nutzer erhältlich, ggf. spätere VirtualLink-Unterstützung

Es ist nicht der große, technische Sprung nach vorn, den sich viele VR-Gamer gewünscht haben. Dennoch haben wir es hier mit einem grundsoliden, modernen VR-System zu tun, das vor allem mit seinem Tragekomfort und dem den externen Sensoren überlegenen Inside-Out-Trackingsystem punktet. Die höhere Auflösung ist zwar "ganz nice", aber hier wäre definitiv noch Luft nach oben gewesen. Andere Hersteller, wie etwa Pimax, sind in der Hinsicht besser aufgestellt. Noch immer warten wir auf Angaben zum FOV der Oculus Rift S (Field of View), denn auch die Breite des Sichtfelds sollte bei der Einschätzung der Leistung nicht weniger ins Gewicht fallen, als die Auflösung des verbauten Displays.

Apropos Display: Dank der beiden, voneinander getrennt verbauten OLED-Displays des Vorgängermodells war es möglich, den Augenabstand per Hand am Gerät selbst einzustellen. Nutzer mit geringem oder weitem Augenabstand wissen das zu schätzen. Da in der Oculus Rift S jedoch nur noch ein Display verbaut ist, lässt sich der Schärfebereich nicht hardwareseitig per "IPD Adjustment" einstellen. Der Weg führt zukünftig über eine Einstellung in der Software und so mancher Nutzer fragt sich jetzt besorgt: reicht das?

Bildergalerie: So sieht die neue Oculus Rift S aus

  

Aber schön, dass wir ein topmodernes Trackingsystem mit fünf Kameras geliefert bekommen und die neue Rift S nicht alle USB-Anschlüsse am PC belegt. Auch das komplett überarbeitete Tragesystem über ein justierbares Kopfband soll das Nonplusultra für maximalen Tragekomfort und ausbalancierter sein. Die Touch Controller der Oculus Rift S sind identisch mit denen der Oculus Quest. Für ein besseres Tracking hat Oculus die Ringe der Controller (IR LEDs eingebaut) von unten nach oben befördert. Hier dürfen wir die gewohnte Oculus-Qualität erwarten. Schade, dass nicht wenigstens schon ein optionaler Wireless-Adapter für das neue Rift-Modell angekündigt worden ist.

Einen genauen Release-Termin für die Oculus Rift S nennt Oculus-Inhaber Facebook bislang nicht. Grob ist das "Frühjahr 2019" angepeilt. Durchgesickert ist bereits, dass eine Veröffentlichung vor Mai unwahrscheinlich ist. Bei Gamesplanet bieten wir diverse VR-Spiele günstig an. Tipps: Fallout VR, Skyrim VR, Eagle Flight und Star Trek Bridge Crew.

Source: https://www.youtube.com/watch?v=3vPz9KFXWTk

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2 Kommentare

Kommentare

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Gamesplanet Avatar
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Ich habe eine Windows Mixed Reality Brille und finde das Inside Out tracking ganz gut. Interessant bei den Modellen von HTC und Oculus ist, dass auch seitlich der Brille tracker sind und somit das tracking außerhalb des Sichbereiches leichter ist. z.B. Wenn ein Bogen gespannt werden soll oder hinter sich greifen soll.

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Gamesplanet Avatar
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Ich habe "nur" die Rift CV1 und das Setup mit den Sensoren nervt mich manchmal schon etwas. Bin gespannt, ob das Tracking der Rift S wirklich so gut ist. Mit gelegentlichen Aussetzern, beispielsweise wenn man die Controller hinter sich führt, rechne ich. Aber das sollte sich in Grenzen halten. Jetzt fehlt nur noch ein Wireless Adapter ...

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