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Yakuza: Like a Dragon Steam Key

Yakuza: Like a Dragon

Schlüpfe in die Rolle von Ichiban Kasuga, einem niederen Yakuza-Schläger, der von seinen Vertrauten dem sicheren Tod überlassen wurde. Schnapp dir deinen legendären Schläger und mach dich bereit, in einem dynamischen Rollenspiel im heutigen Japan ein paar Schädel zu knacken.

Windows PC  Action / RPG (Rollenspiel)
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24. November 2020 – SebGP667Testlabor

Yakuza: Like a Dragon – Wagt den Neustart auf neuen Wegen, und kann mit neuen Ideen und alten Stärken überzeugen!

VON SEBASTIAN BEYER

Die Yakuza-Serie ist altgedient, der erste Teil kam hier bei uns im Westen ursprünglich immerhin schon vor 15 Jahren auf den Markt, und hat auch damals schon mit seiner absolut realitätsgetreuen Abbildung bekannter japanischer Städte, beziehungsweise Stadtteile, und einer sehr hochwertigen Story überzeugen können. Mit Yakuza: Like a Dragon kommt nun schon das insgesamt zehnte Spiel der Hauptreihe zu uns auf die Bildschirme, oder der achte Teil, wenn man die Remaster-Versionen Yakuza Kiwami und Yakuza Kiwami 2 nicht mitzählt.

Yakuza: Like a Dragon macht aber gleich an mehreren Punkten vieles anders als alle bisherigen Titel der Serie, und möchte sich damit sowohl an die Fans und Liebhaber, als auch ein Neueinsteiger wenden. Ob dies gelingt, und in welchen Aspekten sich Yakuza: Like a Dragon konkret von seinen Vorgängern unterscheidet, möchte ich euch nun anhand meiner Eindrücke beschreiben.
Dazu sei noch gesagt, daß ich bis auf Teil 5 alle Yakuza-Vorgänger der Hauptreihe gespielt habe.

Alles anders, aber doch vertraut: so unterscheidet sich Yakuza: Like a Dragon ganz konkret von seinen Vorgängern

Wie im Vorwort schon angesprochen, verstehen die Entwickler von Ryu no Gotoku ihr neues Yakuza-Spiel sowohl als eine Fortführung von Serientraditionen, als auch als einen "Reboot", um es so auch neuen Spielern zu ermöglichen, einen guten Einstieg in das Yakuza-Universum zu finden, ohne vorher alle 8 Vorgänger gespielt haben zu müssen (auch wenn es sich lohnt).

Kernaspekt des neuen Titels ist daher auch ganz elementar ein neuer Protagonist, das neue Alter Ego des Spielers: erstmals spielen wir nun also nicht mehr den legendären (Ex-)Yakuza Kazuma Kiryu-san, sondern den gänzlich neuen, und alles andere als legendären Protagonisten Kazuga Ichiban-san.

Kazuga-san, (in Japan ist es üblich, Menschen mit dem Nachnamen anzusprechen), steht also selbst ganz am Anfang seiner Karriere in der Unterwelt der Yakuza, er verrichtet zu Spielbeginn, im Rahmen des ersten Tutorials, reine Handlanger-Dienste für seine Familie, und diese nicht einmal sonderlich erfolgreich. Zwar schafft es Kazuga-san, erfolgreich Schutzgeld von seinem Ziel zu erlangen, allerdings führt seine Weichherzigkeit wiederholt dazu, daß er in Schwierigkeiten mit seinem direkten Vorgesetzten in der Familie gerät.

Im Rahmen dieser ersten Spielszenen konfrontiert euch Yakuza: Like a Dragon dann auch gleich mit der zweiten großen Veränderung:
Beginnt ein Kampf, so findet dieser nun nicht mehr in Echtzeit und durch Kampfspiel-ähnliches Auslösen von Combos mit Timing-Herausforderungen statt — stattdessen kämpft Kazuga-san erstmals in der Yakuza-Geschichte im Rundenkampf, ganz so, wie ihr es sicherlich aus klassischen JRPGs kennt, wie etwa Dragon Quest.

Tatsächlich ist das die an allen Ecken und Enden spürbare Inspiration für das Kampfsystem von Yakuza: Like a Dragon, und auch Kazuga-san selbst gibt seinen späteren Mitstreitern ganz offen zu verstehen, daß er ein riesiger Fan von Dragon Quest ist, und sich bei Kämpfen vorstellt, daß sie eben genau wie in diesem JRPG-Urgestein stattfinden.

Und damit sind wir dann auch schon bei der dritten großen Neuerung:
Im Laufe der Story seid ihr nicht mehr alleine unterwegs, sondern gründet eine Party mit den Gleichgesinnten, die ihr durch eine Reihe miteinander verketteter Umstände kennenlernt, bis sie sich schließlich eurer Party anschließen.

Gleichgeblieben ist hingegen die Qualität der hochwertig geschriebenen und inszenierten Story, von lustigen, teil Slapstick-artigen Szenen, bis zu tragischen, hochemotionalen Momenten eine ganze Bandbreite an Erzählkunst aufbietet, und ebenso serientypisch ist auch hier nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Party Management: Von durchzechten Nächten und Besuchen beim Amt

Beim erwähnten Party-System scheint dann am Deutlichsten die Inspiration des klassischen Dragon Quest Gameplays durch, denn nicht nur habt ihr eben überhaupt eine Party aus mehreren Mitstreitern, sondern ihr müsst euch auch um diese kümmern, wenn ihr wollt, daß sie möglichst schlagfertig im Kampf an eurer Seite stehen.

Das Party Management umfasst dabei mehrere genre-typische Features:

  • Inventar für jedes Mitglied, Ausrüstung & Waffen
  • Character Level von 1 bis 99
  • Job Level von 1 bis 99 pro Job
  • Bond Level von 1 bis 5
  • Kazuga-exklusiv: Persönlichkeitswerte (Intelligenz, Charm, und so weiter)

Pfiffiger Kniff für das Job-System: wollt ihr einen neuen Beruf für ein Party-Mitglied oder Kazuga-san selbst erlernen, dann macht ihr das wo? Natürlich bei der Arbeitsvermittlung, "Hello Work"!
Im Verlauf der Story schaltet ihr relativ früh diese Möglichkeit frei, wobei das erst einmal nur für story-relevante Jobs gilt, während das volle Job-System erst nach und nach freigeschaltet wird; habt ihr dann einmal Zugriff auf die volle Liste, dann könnt ihr je nach Charakter aus ungefähr 5 - 10 Berufen wählen (inklusive der optional erhältlichen DLC-Berufe).

Pro Job gibt es dann auch noch jeweils drei Variationen des Job-Kostüms, allerdings verändert dies nicht dauerhaft das Aussehen eurer Charaktere, sondern ist nur während der Kämpfe zu sehen, bei denen sich die Party, aber auch die Gegner, in ihre Kampf-Gestalten verwandeln — jedenfalls in Kazuga-san's Phantasie. Habt ihr die ebenso optional als DLC erhältlichen Kostüme gekauft, dann gilt diese Logik auch für diese Kostüme; sie sind nur während der Kämpfe sichtbar, und nicht jedes Kostüm kann von jedem Charakter getragen werden. Dafür sind die DLC-Kostüme aber nicht an Jobs gebunden, und bieten so zum Beispiel die Option, ein euch weniger gut gefallendes Standard-Kostüm zu überschreiben, wodurch zum Beispiel euer erster Begleiter, Nanba-san, dann mit der ikonischen Kleidung von Majima Goro-san kämpfen kann.

Während die Kostüme also nur das Aussehen eurer Charaktere verändern, sind es die Ausrüstungs- und Waffen-Gegenstände, welche eure Stats verbessern und sogar zusätzliche passive Boni bieten können, wenn ihr sie aufwertet.
Richtig gelesen: serientypisch bietet auch Yakuza: Like a Dragon wieder ein Crafting-System, welches im neusten Serienvertreter sogar deutlich umfangreicher daherkommt, als in den Vorgängern.
So könnt ihr nicht nur eure gefunden und erbeuteten Waffen aufwerten, in mehrfachen Stufen, sondern auch gänzlich neues Equipment selber herstellen lassen, wozu ihr die Werkstatt einer jungen Dame aufsuchen müsst, die bequemerweise in unmittelbarer Nähe des Arbeitsamtes zu finden ist. Seid ihr im Zuge eures Abenteuers vom mittellosen Bittsteller zum Multimillionär aufgestiegen, könnt ihr dann zusätzlich auch noch in die Werkstatt investieren, wodurch die Betreiberin neue Geräte anschaffen, und euch schließlich erweiterte Optionen und stärkere Waffen und Rüstungen anbieten kann.

Zuguterletzt solltet ihr euch auch um das seelische Wohl eurer Party kümmern, wofür das Bond Level dient; durch verschiedene Aktivitäten füllt sich dieser Balken nach und nach, etwa durch gewonnene Kämpfe, oder durch gemeinsame Aktionen wie Darts oder ein favorisiertes Restaurant eurer Begleitung. Ist der Balken schließlich voll, erscheint aber ein Vorhängeschloß, welches euch signalisiert: auf normalen Wege ist kein weiterer Fortschritt möglich; nun könnt ihr die, ebenfalls relativ früh im Storyverlauf freigeschaltete, Bar "Survive" aufsuchen, und dort mit euren Begleitern in entspannter Jazz-Atmosphäre über ihre Sorgen und Probleme reden, um so nicht nur mehr über eure Begleiter und ihre Vorgeschichte zu erfahren, sondern eben auch das Vorhängeschloß zu öffnen, um das nächste Bond-Level erreichen zu können.

Management-Modus, Aktivitäten, Zeitvertreib

Wie oben bereits erwähnt, könnt ihr, ebenfalls serientypisch und Veteranen bereits bestens vertraut, auch wieder allerlei Aktivitäten ausüben, Hobbies nachgehen, oder euch im Management-Modus austoben, bei dem ihr dieses Mal eine kurz vor dem Ruin stehende Firma an die Spitze der regionalen Unternehmen zurückführen könnt.
Diese Simulation ist zwar optisch recht simpel gehalten, gibt euch aber einige Optionen an die Hand, um eure Firma von einem kleinen Keksladen zu einer Holding aufzubauen, die bis zu fünf weitere Objekte zusätzlich zum Startgeschäft in ihr Portfolio aufnehmen kann, um immer höhere Umsätze, und dadurch einen immer höheren Aktienwert zu erzielen.

Da eure Firma dementsprechend börsennotiert ist, müsst ihr euch nach jeweils vier "Runden" des operativen Geschäfts dann aber mit euren Aktionären auseinandersetzen, und diese beim sog. "Shareholders Meeting" nicht nur mit eurem Finanzbericht, sondern auch im direkten Wortgefecht davon überzeugen müsst, daß ihr der richtige Mann für den Job seid!
Diese Wortgefechte bedürfen vorab aber von euch ausgewählten Mitarbeitern eurer Firma, die mit euch zum Meeting reisen, denn nur eure Mitarbeiter können den Aktionären Kontra geben; Kazuga-san selbst kann höchstens in besonders kritischen Momenten eine dramatische Entschuldigung aussprechen, um den Aktionären kurzzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen, und den Mitarbeitern etwas Zeit zu verschaffen.

Lasst euch allerdings nicht von den alsbald in Milliardenhöhe schnellenden Umsätzen täuschen: ganz wie im echten Leben ist das Firmenkapital nicht euer persönliches Sparschwein, und so könnt ihr euch aus diesem Topf nicht euer privates Konto auffüllen.
Trotzdem verdient ihr aber natürlich Geld durch den Management-Modus, und zwar durch die besagten Shareholders Meetings; je besser ihr euch dort schlagt, und je besser ihr vorher gewirtschaftet habt, desto größer fällt euer Bonus aus, welcher nach dem Meeting auf euer Privatkonto fließt. Auf maximaler Firmenstufe verdient ihr so etwa pro Meeting bis zu 3.000.000 Yen.

Aber auch ansonsten mangelt es nicht an Aktivitäten, die neben den Serienstandards wie Darts und Karaoke aber ebenfalls eine ganz besonders tolle Neuerung umfassen: Yakuza: Like a Dragon bietet euch ein "Real Life"-Mario Kart als Nebenbeschäftigung, bei Serienveteranen nicht nur auf einen ganz alten Bekannten treffen werden, sondern hoffentlich alle Spieler genauso einen Spaß haben werden, wie ich ihn habe!

Mit aufrüstbaren Karts brettert ihr hier durch (für den normalen Vekehr gesperrte) Teile der Stadt, und ganz wie beim großen Vorbild Mario Kart könnt ihr auch hier Power-Ups aufsammeln, die euch mal ein Maschinengewehr, mal einen Raketenwerfer, und mal einen Nitro Boost geben, und ebenso gilt es auf den späteren Kursen, den sog. "Hazards" auszuweichen, also Gefahrenstellen, welche euer Kart beschädigen oder euch stark ausbremsen können.

Damit der Text nicht allzulang wird, möchte ich an dieser Stelle mit dem Hinweis schließen, daß ich jetzt immer noch längst nicht alles erwähnen konnte, was ihr in Yakuza: Like a Dragon erleben und erfahren könnt, denn es ist ein wirklich großes Spiel, mit dem ihr locker 60 bis 80 Stunden, wenn nicht mehr, verbringen könnt.

Habt ihr noch Fragen oder Feedback, dann hinterlasst gerne einen Kommentar!

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